Geschichte FW-Eichenau

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Der Richter Hans Brendel und der Architekt Josef Schoßleitner hatten sich in den 60iger Jahren mit anderen Bürgern dafür eingesetzt, dass aus konfessionsgebundenen Schulen in Eichenau im Jahre 1967 eine christliche Gemeinschaftsschule geschaffen wurde. Beide waren auch an der Gründung der Nachbarschaftshilfe Eichenau mit beteiligt.

Da sie sich parteipolitisch nicht binden wollten und die „Wählergruppe Unabhängig” (WU) an ihrer Mitarbeit nicht interessiert war, beschlossen sie eine parteifreie Wählergemeinschaft zu gründen.

Am 5.2.1972 warben sie in der regionalen Presse für diese Idee: „Schweigende Mehrheit meldet sich zu Wort”

Am 18.3.1972 fand dann die konstituierende Sitzung der Wählergruppe „Neue Bürgerinitiative (NBI) mit 8 Teilnehmern statt. Da eines der Hauptanliegen die Erhaltung des Ortsgrüns und die Entwicklung sowie Gestaltung einer Gartenstadt war, wurde die Symbolfarbe „GRÜN”, die seinerzeit noch nicht anderweitig besetzt war, gewählt.

Bei der folgenden Kommunalwahl erreichte die NBI auf Anhieb 16% und zog mit 3 Gemeinderäten in das Rathaus ein. Im Laufe dieser Legislaturperiode (72-78) wechselte noch 1 Gemeinderat der Gruppe „Jedermann” und 2 Gemeinderäte von der SPD zur NBI, so dass diese nunmehr stärkste Fraktion im Gemeinderat wurde.

Dadurch konnten viele wichtige Gedanken für Eichenau verwirklicht werden, z.B. Bauleitplanung zur Erhaltung des Gartenstadtcharakters, Staubfreimachung unbefestigter Ortsstraßen, Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Kindergartensituation.

Zur Bürgermeisterwahl 1974 wurde Jürgen Seeliger aufgestellt, der jedoch gegen Alfred Rehm (WU und CSU) keine Mehrheit erhielt.

In der Wahlperiode 78-84 stellte die NBI 2 Gemeinderäte und bildete mit einem Gemeinderat der FDP eine Fraktionsgemeinschaft.

Nachdem sich die NBI 1975 dem Kreisverband FFB der Freien Wähler angeschlossen hatte, beschloss man 1978 auch den Namen In „Freie Wähler Eichenau” (FWE) umzuwandeln.

Zur Wahl des Bürgermeisters 1980 einigte man sich gemeinsam mit FDP und WU auf deren Kandidaten Wolfgang Heilmann, der dann bei der Stichwahl gegen Sebastian Niedermeier (SPD) knapp unterlag.

Die gute Zusammenarbeit führte dazu, dass die FWE und WU zur Wahlperiode 1984-1990 zwar mit getrennten Listen, aber mit gemeinsamem Programm antraten. Die FWE errangen 2 und die WU 4 Sitze und schlossen sich mit dem Gemeinderat der FDP zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammen.

Um die Bürger über anstehende Fragen zu informieren fanden seitdem im Gasthof zur Post bzw. in den Bürgerstuben regelmäßig Monatstreffen statt.

Schwerpunkte der politischen Aktivitäten waren u.a. eine mögliche Ortsumgehung, die Propagierung des Fahrrades als innerörtliches Verkehrsmittel durch Ausbau des Eichenauer Radwegenetzes, eine Aktion „Fahr mit” zur gemeinsamen Benutzung des Autos auf dem Weg zur S-Bahn.

Zur Bürgermeisterwahl 1986 unterstützte man den Kandidaten der FDP, der jedoch, ebenso wie Hubert Jung (CSU), dem amtierenden Bürgermeister Sebastian Niedermeier unterlag.

Vor der Gemeinderatswahl 1990 beschloss die WU sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen. 2 ihrer bisherigen Gemeinderäte schlossen sich den FWE an.

Mit 14,8 % stellten die FWE 3 Gemeinderäte, die sich mit FDP (2) und FUGE (1) zu einer Gemeinschaftsfraktion zusammenschlossen. Neben den verschiedenste Themen setzten die FWE durch, dass der Streit um „Freiwillige Leistungen” zwischen der Gemeinde und dem Landratsamt gerichtlich geklärt wurde. Das weitgehend erfolgreiche Urteil mit landes- und bundesweiter Bedeutung wurde als „Eichenauer Urteil” deutschlandweit bekannt.

1995 wechselt der 1. Bürgermeister, Sebastian Niedermeier, von der SPD zu den FWE.

Bei der Gemeinderatswahl 1996 erhielten die FWE 16,6% und stellten somit 4 Gemeinderäte sowie den 1. Bürgermeister. Umstrittenstes Thema in dieser Wahlperiode war die geplante Südumgehung, die letztendlich auf unbestimmte Zeit zurückgestellt wurde.

Am 11.4.97 feierten die FWE ihr 25 jähriges Jubiläum.

Zur Bürgermeisterwahl 1998 traten die FWE mit Wolfgang Kaufmann an, der jedoch mit 19,6% gegen Hubert Jung (CSU) unterlag.

Nachdem Im Jahre 2002 Martin Götzenberger nach über 40 Jahren als Gemeinderat zur Wahl 2002 nicht wieder antrat, erhielten die FWE mit 13,3 % nur 3 Gemeinderatssitze.

Am 15.2.2002 feierten die FWE ihr 30 jähriges Jubiläum mit einer großen Veranstaltung in der Friesenhalle.

Im April 2002 wurde von Helma Karsch ein Frauenforum im Rahmen der Freien Wähler gegründet. Mehrmals pro Jahr finden kulturelle und gesellige Treffen statt, wobei auch jeweils aktuelle politische Themen diskutiert werden.

Bei der Kommunalwahl  März 2008 holen die Freien Wähler  5 Sitze im Gemeinderat und sind damit gleichauf mit der SPD.

Bei der Bürgermeisterwahl Juni 2010 tritt Angela Heilmeier gegen den Amtsinhaber Hubert Jung an und erreicht über 24% der Stimmen.